Unser Urlaub in der Normandie auf der Halbinsel Contentin

von Sabine Müller

 Das Jahr verging und schon war es soweit, wir starteten in einen 2wöchigen Sommerurlaub, auch weil wir zu unserem 25zigsten Hochzeitstag einfach nicht zu Hause sein wollten.

Wir packten unsere sieben Sachen, Hunde-Körbe und Spielis. Eigentlich wie für Dänemark wo es uns seit fast 30 Jahren immer wieder hinzieht. Aber dies Mal ging es in die andere Richtung.

Durch Deutschland und Belgien ging es recht flott voran, aber da man für die Nutzung der französischen Autobahnen bezahlen muss, kamen wir leider immer vor den „Nadelöhren“ zum Kartenziehen und/oder Bezahl-Häuschen in Staus und das zooog sich hin. Außerdem fuhren wir zu einem Zeitpunkt zu dem auch die Franzosen in den Urlaub starteten.

Aber wir wurden reichlich belohnt als wir endlich Vesly in der Nähe von La Haye-du Puits erreichten. La Bourdonnerie,  das Haus war super, das Anwesen sehr schön gepflegt und unsere Vermieter einfach super nett. Zur Begrüßung lag Käse, Baguette und eine Flasche Rotwein in der Küche.

An unsere Terrasse grenzte eine große Spielwiese, wie für unsere Hunde gemacht und die sich geradezu anbot „Scheiben“ zu schmeißen.

Bei kleinen Agility und Obedience-Vorführungen, hatten die beiden Kinder unser Vermieter (2 und 4) ihren Spaß mit ihnen.(Was auch unsere Hunde sehr ausgenutzt haben, denn den Kindern konnten wir ja schlecht erklären das man einem Border-Collie keine Bällchen schmeißt.)

Zudem liefen dort etliche Hühner, Enten und Puter frei herum, und unsere Hundies sooo artig Mittendrin, was unsere Lieselotte besonders genoss, im angemessenen Abstand den Hühnern zu folgen und „Nachsuche“ zu betreiben. Neue Lieblingsspeise von Lieschen „Hühnerpup“. Lecker.  Es gab Ziegen, die echt lieb waren, und nebenan gab es auch noch einen Spielkamerad, Teo war mit Herrchen und Frauchen hier auch im Urlaub, ein ziemlich großes Hundekind aus Stade. Ja, Die Welt ist halt klein…

Als nächstes hieß es die nähere Umgebung zu Erkunden. Die Gegend vermittelt einen typischen englischen Flair – sind wir noch in Frankreich ? – , Buschhecken wechseln sich mit Steinmauern ab, schön gelegene Bauerhöfe aus Naturstein und mit einer Blumenpracht (Hortensien, Stockrosen, Begonien etc.) die einen umhaut.

Man kann den Fotoapparat kaum weg legen. Der Strand von Saint-Germain-Sur-Ay ist ca 15 min. mit dem Auto zu erreichen. Der Strand ist nicht ganz so toll, viele Algenbüschel aber für’s erste reicht es

aus. Die Hunde toben wie verrückt und sind nicht aus dem Wasser zu kriegen. Der Strand von Bretteville-sur Ay bietet da schon mehr, herrlicher Sandsstrand mit schöner Dünenlandschaft, Blick auf die Kanalinsel Jersey, tolles Wetter, was will man mehr. Ach ja, bei einem Tiddenhub von ca. 11m wird der Sandstrand bei Ebbe ganz schön breit und riesige Muschelbänke kommen zum Vorschein.

Dann kommen auch die Franzosen, mit Eimern bewaffnet zum Muscheln ernten.

Nun jetzt heißt es auf Besichtigungstour gehen.

Als erstes ist  Barfleur dran, eine wunderschöne kleine Hafenstadt im Süden der Halbinsel mit angeblich den besten Miesmuscheln der Welt, lädt zum verweilen ein. Den Hafen muss man gesehen haben – ein Glas Cidre in einem der kleinen Cafe’s und das traumhafte Panorama genießen. Und natürlich auf dem Weg dorthin wieder ein traumhafter Strand an den man halten muss und wir können es kaum glauben von Massentourismus ist hier nichts zu spüren.

An der Westküste liegt Portbail, Wahrzeichen der kleinen hübschen Stadt ist die romanische Kirche. Eine Bogenbrücke verbindet die Stadt mit dem Hafen. Hier entdeckten wir eine der Passerie, wo es absolut leckeren Kuchen gibt, die einem wie kleine Kunstwerke erscheinen.

Ein schicker kleiner Badeort ist Barneville-Carteret mit vielen kleinen Geschäften und einer Strandpromenade. Hier am Strand sind leider keine Hunde erlaubt – das ist aber die große Ausnahme – macht aber auch nichts, denn ein paar Kilometer weiter haben wir mal wieder den feinsten Sandstrand fast für uns alleine. Auf keinen fall sollte man versäumen zum Cap de La Hague zu fahren das im Nordwesten der Halbinsel liegt. Bekannt ist die Wiederaufbereitungsanlage La Hague, aber das sollte einen nicht abschrecken, man wird belohnt mit einer einmaligen wildromantischen Landschaft. Die bezaubernden kleinen Dörfern  rund ums Cap, mit den schönen alten Steinmauern und den wilden Landschaftsbildern und immer wieder die wunderschön ins Landschaftsbild passenden pastellfarben blühenden Hortensienhecken, sind atemberaubend.

Da fühlten wir uns schon um ein , zwei Jahrhunderte zurückversetzt. Wir verließen die Nationalstraße hinter Le Pieux und  fuhren auf der Küstenstraße, entlang der Steilküste in Richtung Auderville. Nicht unbedingt für Wohnmobile zu empfehlen, da die Straße oft sehr schmal wird und man immer wieder durch sehr enge kleine Dörfer kommt.

Kurz vor Auderville machten wir in einer wunderschönen Bucht halt – die Hunde wollen schwimmen gehen – Wau, was für eine atemberaubende Steilküste.  Nach dem Baden, wir wollten gerade die Bucht verlassen, ein sehnsuchtsvoller Blick zurück, was ist das ? Eine dunkele Wand, fast wie eine riesige Welle kommt Seeseitig auf den Strand zu. Innerhalb von Sekunden ist der Strand in Nebel gehüllt und das bei strahlenden Sonneschein.

Aber es war für uns ein echtes Erlebnis, denn dieser „Frischehauch“ Seenebel zu diesem schönen warmen Wetter war sehr angenehm zum Wandern auf dem alten Zöllnerweg.

Der sich vom M.S. Michel bis zum Marschenland des Cotentin windet.

Weiter geht es Richtung Auderville zum Leuchtturm von Goury der unbedingt Sehenswert ist, sich aber unseren Blicken Dank des Seenebels entzog. Wir fahren weiter in Richtung Omonville la Rouge.

Auf der Strecke liegt der kleinste Hafen Frankreichs, Port Racine, eindrucksvoll das Leinengewirr der festgemachten Fischerboote. Und dann wieder, eine Linkskurve und da ist schon wieder eine von diesen tollen Buchten mit super Stränden und fast menschenleer, Hunde wie immer kein Problem.

Auch Countances mit der gothische Kathedrale an der Westküste ist ein Besuch wert. Im Landesinneren ist die Stadt Saint Lo. Jeden Donnerstag findet wird auf dem Nationalgestüt Haras national de Saint-Lô für die Hengstparade geübt. Für 5 € kann man dabei sein – Hunde mal wieder kein Problem. Sehenswert sind auch die Landungsstrände der Alliierten mit den vielen Musseen.

Es gibt da noch soviel zu sehen aber man will ja auch Urlaub machen und Spaß mit den Hunden haben.

Sabine Normandie (10)1

Wir waren fast jeden Tag am „La Mer“, die Strände waren alle gut zu erreichen so dass wir nicht allzu lange fahren mussten. An allen Stränden aber bot sich das gleiche Bild , sie waren echt „Karibisch“ und „Menschenleer“ kaum jemand war da, es war herrlich, man konnte die Hunde immer laufen lassen und kamen mal Franzosen oder andere Urlauber dann haben wir ihnen gezeigt wie gut unsere Deutschen Hundies erzogen sind und wurden dabei auch immer erstaunt angeschaut, wenn sie ruck zuck an unserer linken Seite saßen, oder auf Entfernung „plumps“ im down lagen, um sich anschließend wieder fröhlich in die Fluten zu stürzen.  Zu irgendwas muss die BH und Obedience ja gut sein…

Wir machten tolle Strandspaziergänge und auch einfach nur Strandtage an denen die Hunde am liebsten mit mir im Wasser planschten. Auch unsere Border Collie Hündin Anny hat nach anfänglicher Überwindung die Wellen durchschwommen und schwamm, und schwamm, wie ein Fisch im Wasser. Wobei die Lieselotte sich lieber nur den Bauch gekühlt hat. Halt ganz die vornehme Collieart zu baden.

Wir schauten uns urige Märkte an,(es gibt fast jeden Tag irgendwo einen Markt) wo man wunderbar heimisches und eigentlich alles was man braucht, oder auch nicht, einkaufen konnte. Abends haben wir immer gegrillt. Fisch, Fleisch Muscheln, Scampi und dazu gab’s geniale Salate… lecker…

Auch haben wir schöne Waldspaziergänge in verwunschenen Wäldern mit bildschönen Seen gemacht. Jeden Tag tranken wir den leckeren Cidre, heimischen Wein und aßen diesen wunderbaren berühmten cremigen Camembert.

Übrigens, Biertrinker sollten sich einen Vorrat von Zuhause mitbringen, Bier ist in den Supermärkten Mangelware und es gibt nur einige Sorten belgisches oder englisches.

Für uns und die Hunde war es ein unvergesslicher Urlaub und der Wettergott hat auch noch mitgespielt. Gerade mal einen halben Tag Regen haben wir gehabt. Unsere Vermieter, vor einem halben Jahr aus England eingewandert, waren total nett. Sie waren von unseren Hunden total angetan. Auch war es sehr angenehm mit ihnen Englisch sprechen zu können weil Französisch konnten wir nun gar nicht, aber wir sind mit Sprachführer bewaffnet, einfach freundlich auf sie zu gegangen und überall gut an und durchgekommen. Mit Händen und Füßen, wie man so sagt. Die Franzosen in dieser Ecke Frankreichs waren aber auch besonders nett.

Ach ja, die große Brücke in Le Havre ist auch sehr sehenswert und wir um eine Erfahrung reicher und wieder mal um 5,20€ ärmer. Diese ständige Kartenzieherei und bezahlerei ist ja echt nervig und hält ja soooo auf. Hier mal nen Euro und da Mal 3,50€ oder 4,90€. Deswegen haben wir unsere Rückfahrt auch am Abend angetreten und das war gut so, wir sind um 20.30Uhr los und genau, mit einem kurzen Päuschen, 11 St. Später zu Hause gewesen puhhh… 1100 km.

Als wir in unserem Heimatort Schwanewede von der Autobahn fuhren waren unsere Hundies hellwach und wussten genau wo wir gleich  „landen“, zu Hause. Und da musste erst mal gaaaanz intensiv die  „Ortszeitung“ gelesen werden, damit alle Hunde wieder wissen, Lisa und Anny sind wieder im Lande…

Durch die Anzeige von Frau Golzem in der Collie-Revue sind wir auf diese Region Frankreichs aufmerksam geworden und hatten wir einen wunderschönen Urlaub in der Normandie.

Vielen, Vielen Dank !!

Wir waren echt „Götter in Frankreich“…