Die Uckermark aus der Sicht von Bürohund Lisa

von Leonie Umbach

Lisa der kleine Dackelhund ist eigentlich ein echtes Berliner Großstadtkind. Seit zwei Jahren aber arbeitet die eine Hälfte ihres Rudels in der Uckermark – und Lisa darf natürlich mit.

Als Bürohund der Tourismus Marketing Uckermark GmbH hat sie nicht nur nach Feierabend, sondern manchmal auch „im Dienst“ Gelegenheit, ihre wunderschöne zweite Heimat zu entdecken.

Wo die Uckermark ist?

Ganz im Nordosten Brandenburgs, an der Grenze zu Polen. Dort gibt es nur ganz wenige Menschen – so wenige, wie fast nirgendwo sonst in Deutschland. Dafür gibt es mehr Natur, als die kurzen Beinchen jemals ablaufen könnten. Die Uckermark ist nämlich riesengroß – größer als das Saarland sogar!

Die Spuren der letzten Eiszeit kann man hier noch viel besser erkennen als anderswo. Die Gletscher haben eine sanfte Hügellandschaft geformt und überall gibt es unzählige Sölle.

Sölle??

Ein Soll ist ein sogenanntes Toteisloch, in dem vom Gletscher „verlorene“, riesige Eisbrocken ganz langsam aufgetaut sind – und sich in kleine, runde Seen verwandelt haben. Die befinden sich vorzugsweise mitten in den Hügeln. Das sieht vielleicht toll aus, wenn große, langweilige Felder überall von mit Bäumen und Hecken gesäumten Söllen durchsetzt sind!

Große langweilige Felder gibt es aber sowieso nicht so viele in der Uckermark – mehr als  zwei Drittel der Fläche sind nämlich Nationale Naturlandschaften.

Es gibt einen Naturpark, ein Biosphärenreservat und sogar den einzigen Nationalpark in Brandenburg. Der ist im Unteren Odertal, durch das der größte von der Eiszeit geschaffene Fluss der Region fließt: die Oder Sieht schon toll aus das flache Tal, wenn man es von einem der steilen – und für kleine Hunde ganz schön hohen – Hänge betrachtet, die es begrenzen. Auf diesen Hängen soll es viele seltene Arten geben.

Blühende Trockenrasengesellschaften interessieren Lisa allerdings eher weniger. Sie begeistert sich da mehr für die weichen Ufer der über 500 von der Eiszeit hinterlassenen,  glasklaren Seen. In den Ufern können kleine Hunde nämlich herrlich nach Mäusen und anderem Getier buddeln. Und in den Seen natürlich baden, baden, baden! Aber natürlich nur dort, wo kein Naturschutzgebiet ist. Davon gibt es ziemlich viele in der Uckermark. Es gibt halt einiges Schützenswerte hier. Lisa hat noch nie eine Europäische Sumpfschildkröte getroffen, wohnen tut die hier aber trotzdem. Ob der große Vogel am Himmel ein See- Schrei- oder Fischadler oder vielleicht doch eher ein Milan ist findet Lisa auch überhaupt nicht wichtig – Hauptsache, er verwechselt sie nicht mit Beute und klaut sie aus ihrem Lieblingsfahrzeug, dem Kanu! Lisa ist nämlich ein echter Bootshund – immerhin ist die Uckermark Teil des größten Binnenwasserrevieres Mitteleuropas. Mit dem Kanu kann man sogar bis zum Stettiner Haff oder in die Mecklenburgische Seenplatte paddeln. Dort ist allerdings immer ganz schön viel los – also vielleicht lieber doch auf den vielen ruhigen Seen der Uckermark, auf denen vielerorts keine Motorboote fahren dürfen, bleiben.

Uckermark Lisa

Lisas Menschen finden auch die vielen alten Bauerndörfer, historischen Feldsteinkirchen und verwunschen-verfallen oder schon in frischem Glanz erstrahlenden Gutshäuser wunderschön. Naja, dort gibt es wenigstens überall viel Grün zum rumschnüffeln. Wenn das Rudel ein „langweiliges“ Café mitten in einem der historischen Stadtkerne ansteuert macht der kleine Dackelhund doch lieber ein Schläfchen unterm Tisch, bis es endlich weitergeht zu neuen Abenteuern …

Die Dörfer und Städtchen sind durch ein dichtes Netz von Wander- Rad- und Wasserwegen verbunden. Damit sich niemand verläuft sind die natürlich ordentlich markiert und beschildert. Schließlich kann es – gerade in den endlosen, dichten Wäldern der Schorfheide – durchaus sein, dass man mehrere Stunden lang Niemanden trifft, den man nach dem Weg fragen könnte. Im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gibt es sogar ein Weltnaturerbe: den Buchenwald Grumsin. Die Bäume, Hügel und Moore sehen allerdings nicht anders aus als viele Wälder im Naturpark Uckermärkische Seen. Lisa versteht deshalb überhaupt nicht, warum sie den einen Weg laufen darf und den anderen aus Naturschutzgründen nicht. Aber naja, es gibt ja schließlich genug Wege in der Uckermark, da fällt es nicht schwer, das ein oder andere Gebiet von ihrer Anwesenheit zu verschonen.

Lisa hat großes Glück – ihr Rudel hat nämlich einen großen grünen Bus in dem es wohnen kann. Also braucht sie kein Hotel. Alle, die kein eigenes Zuhause dabei haben können natürlich trotzdem in die Uckermark kommen. Für die gibt es schmucke kleine Hotels, familiäre Pensionen und viele viele Ferienwohnungen: einfache, luxuriöse, kleine, große, mitten im Ort oder einsam mitten in der Natur gelegen. Bei über 500 Seen – ein See ist in der Uckermark übrigens erst dann ein See, wenn er mehr als einen Hektar groß ist – liegen natürlich viele Ferienwohnungen direkt am Wasser. Bei manchen  sind Fahrräder inklusive, bei anderen liegt gleich ein Kanu vor der Tür.

Im Mai 2013 hat die Uckermark den 1. Platz im Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen gewonnen. Natürlich gibt es deshalb auch jede Menge ökologisch ausgebaute Unterkünfte: welche mit einem eigenen Wasserrad zur Stromerzeugung, Ökocampingplätze, Restaurants die regionale Produkte anbieten und natürlich jede Menge umweltfreundliche Fortbewegungsmittel. Für Menschen die nicht so sportlich sind gibt es sogar Elektrofahrräder. Und damit ihr auch klimafreundlich mit der Bahn anreisen könnte holen viele Vermieter ihre Gäste gerne vom nächsten Bahnhof ab.

Copyright Bilder by Leonie Umbach – tmu Tourismus Marketing Uckermark GmbH